Chronik


Die Freiwillige Feuerwehr Neidenbach wurde im Jahre 1903 von Matthias Schmittberger (1875-1914) gegründet, der auch der erste Wehrführer wurde.

Feuerwehr Neidenbach 1912
Feuerwehr Neidenbach mit Feuerwehrkapelle, etwa 1912

Bereits im Gründungsjahr wurde eine fahrbare Handdruckspritze angeschafft, die sich heute noch in gutem Zustand befindet und im Museum in Prüm bewundert werden kann.

Neidenbacher Handdruckspritze im Museum in Prüm
Neidenbacher Handdruckspritze im Museum in Prüm

Im Jahre 1930 wurde ein erstes Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchtrockenturm gebaut. Der Standort war in der Densborner Straße neben dem heutigen Treppenaufgang zur Mafridstraße. Im gleichen Jahr wurde die Feuerwehrkapelle gegründet. Die Kapelle hatte ihren Proberaum damals im Dachgeschoß des Feuerwehrgerätehauses (hinter dem Gaubenfenster). Die Sanitäranlagen des Gebäudes bestanden aus einem "Plumpsklo", zu erkennen auf dem Bild hinter dem Trockenturm. Außerdem gab es eine einfache Übernachtungsmöglichkeit für Obdachlose auf der Durchreise. Die Alarmierung erfolgte in dieser Zeit durch Glockenläuten, dies war die einzige Möglichkeit, die Feuerwehrleute im ganzen Ort, auf den Feldern und in den Steinbrüchen zu erreichen. Später wurde eine Sirene auf dem Dach des Trockenturms installiert.

Das erste Gerätehaus
Das erste Gerätehaus, Gemälde von Marlene Metz

Während des zweiten Weltkrieges waren viele Feuerwehrmänner beim Militärdienst, etliche kehrten nicht zurück. Bei Bränden in dieser Zeit packte notgedrungen die ganze verbliebene Dorfbevölkerung bei der Brandbekämpfung mit an.

Bereits im Jahre 1950 beschaffte sich die Feuerwehr aus Militärbeständen einen Mannschaftswagen, zu dem dann 1952 als erste Tragkraftspritze eine TS6 (600l Wasser pro Minute) hinzu kam. Im Laufe der Jahre wurde dann der Ausrüstungsstand der Feuerwehr Neidenbach laufend verbessert. So wurde 1963 ein Tragkraftspritzenfahrzeug Ford Transit und 1964 eine Tragkraftspritze TS8/8 (800l Wasser pro Minute bei 8 bar) angeschafft.

Erster Mannschaftswagen von 1950
Erster Mannschaftswagen von 1950

1963 fand in Neidenbach das Amtsfeuerwehrfest (vermutlich das erste in Neidenbach) des Amtes Kyllburg statt. Hierzu wurde erstmals in Neidenbach ein Festzelt aufgestellt. Als Festplatz diente damals das noch unbebaute Grundstück von Johann Heinen (heute Klaes) im Grabenbusch, das sonst als Dreschplatz genutzt wurde.

 

Von 1965 bis 1968 nahm die Feuerwehr Neidenbach an den damals stattfindenden Feuerwehr-Wettkämpfen teil und konnte stets einen der vorderen Plätze belegen.

 

Wegen des schlechten und feuchten Bauzustandes des Feuerwehrgerätehauses mußte 1973 das erst zehn Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug durch ein neues (wieder auf Ford Transit) ersetzt werden. So entschloß man sich, ein Feuerwehrgerätehaus zu bauen, das den Anforderungen zur Unterbringung moderner Löschgeräte entsprechen sollte. Das neue Fahrzeug wurde vorsichtshalber nicht mehr in der feuchten Garage des alten Gerätehauses, sondern übergangsweise in der Scheune von Arnold Kalmes in der Bitburger Straße (heute Burgstraße) untergebracht.

TSF auf Ford Transit, Baujahr 1973
TSF auf Ford Transit, Baujahr 1973

Der Gemeinde schwebte der Bau eines Mehrzweckhauses vor. Der erste Bauplan sah für alle Einrichtungen ausreichend Platz vor. Leider hatten die Aufsichtsbehörden hiergegen Einwände, insbesondere, was die finanziellen Belange betraf. So wurde das Gebäude in der Planungsphase zweimal verkleinert. Am 30.04.1978 konnte dann endlich die Einsegnung und Übergabe des Neubaues an die Feuerwehr erfolgen. Im Untergeschoß wurde ein Jugendraum eingerichtet sowie der Gemeindetraktor untergebracht, während das Erdgeschoß der Feuerwehr als Schulungs- und Geräteraum zur Verfügung stand, wobei der Schulungsraum eigentlich der Sitzungsraum des Gemeinderates war. Für Spott und Erheiterung sorgte die Tatsache, dass das Fahrzeug nach dem mehrfachen "Schrumpfen" des Baues zunächst nicht durch das Tor in die Garage passte, so dass schon vorgeschlagen wurde, die Luft aus den Reifen abzulassen. Schließlich brachte ein Umbau des Garagentors den gewünschten Erfolg, so dass das Gebäude seinem Zweck entsprechend genutzt werden konnte. Die Raumknappheit blieb jedoch jahrzehntelang ein Problem.

Gerätehaus 1978
Gerätehaus 1978

1979/80 wurde eine Wasservorratskamer von ca. 30.000 Litern in der Densbornerstraße für den Brandschutz gewonnen. Diese Kammer befindet sich genau dort, wo einst der ehemalige Hochbehälter "Ley" stand.

 

1982 wurde die Feuerwehr mit schwerem Atemschutz ausgerüstet, wodurch sich ein deutlich höherer Übungs- und Ausbildungsbedarf ergab. Zur Verbesserung der Kommunikation schaffte man sich CB-Funkgeräte an, da die für die Feuerwehren vorgesehenen BOS-Funkgeräte von den Verbandsgemeindeverwaltungen noch nicht in der Breite beschafft wurden. Die Alarmierung erfolgte in dieser Zeit, als Funksirenen und Meldeempfänger in den Städten längst Standard waren, indem die Leitstelle der Polizei beim Wehrführer anrief, der dann zur auf dem Dach der Grundschule installierten Sirene eilte und diese manuell aktivierte.

 

Im Jahr 1988 wurde die Grundschule Neidenbach grundlegend saniert. Dabei wurde der Schulsaal, in dem die Feuerwehrkapelle seit vielen Jahren probte, in mehrere kleinere Räume aufgeteilt. Die Gemeinde beschloß daraufhin, das Gemeinde- und Feuerwehrhaus aufzustocken. In Form eines Dachgeschosses wurde ein ca. 85qm großer Saal mit den dazu gehörenden sanitären Einrichtungen geschaffen, der auch als Proberaum der Kapelle dienen sollte. Hierbei leisteten die Feuerwehrkapelle und die Feuerwehr viel Eigenarbeit. Bei der Umbaumaßnahme wurde gleichzeitig ein neues Rolltor eingebaut, das auch etwas größeren Fahrzeugen nun die Einfahrt in die Fahrzeughalle ermöglichte. Von den Normmaßen für Tore und Stellplätze ist man jedoch noch immer weit entfernt.

Gerätehaus seit 1989
Gerätehaus seit 1989

Seit 1990 gehört die Freiwillige Feuerwehr Neidenbach dem neu gegründeten Kreisfeuerwehrverband Bitburg-Prüm und damit auch dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz an. Wehrführer Edmund Schlöder gehörte dabei lange dem Vorstand des Kreisverbandes an, später wurde er Geschaftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz.

 

1991 startete man eine Zusammenarbeit mit den vier örtlichen Besitzern von Güllefässern, wobei die Fässer mit passenden Anschlussstücken für die Feuerwehrpumpe ausgerüstet und die Landwirte in das Alarmierungssystem eingebunden wurden. So stand nun Löschwasser auch außerhalb der Ortslage zur Verfügung, ein wasserführendes Löschfahrzeug besaß man damals noch nicht. Noch vor der offiziellen Vorstellung des Systems mussten sich die Fässer im Einsatz bewähren, ein Waldbrand auf Berscheid beim "alten Sportplatz", etwa 2km vom Dorf entfernt, wurde mit Hilfe von 60.000 Litern Wasser, die überwiegend mit den Güllefässern zum Einsatzort gebracht wurden, erfolgreich bekämpft.

 

1991 nahm eine erste Gruppe von Feuerwehrmännern an der Abnahme des Feuerwehr-Leistungsabzeichens in Bronze teil, in den folgenden Jahren wurden ebenfalls die Stufen Silber und Gold erfolgreich absolviert. In späteren Jahren nahmen immer wieder Gruppen aus Neidenbach an den diversen Leistungsabzeichen teil, was zur sicheren Beherrschung der Feuerwehrdienstvorschriften und der praktischen Handgriffe beitrug.

 

Im Jahre 1992 wurde vom damaligen Wehrführer Edmund Schlöder die Jugendfeuerwehr unter Jugendwart Werner Bach gegründet, etwa zur gleichen Zeit wie die Altersabteilung, die von Ehrenwehrführer Willi Emontspohl geleitet wurde. Von der aktuellen Einsatzmannschaft hat inzwischen über die Hälfte ihre Feuerwehrlaufbahn in der Jugendfeuerwehr begonnen. Ebenfalls 1992 wurde das nun fast zwanzig Jahre alte TSF mit dem ersten 4m-Funkgerät nachgerüstet, so dass nun auch Funker ausgebildet wurden.

 

1994 wurden auch die ersten Frauen in die Feuerwehr aufgenommen.

 

1995 wurde das TSF Ford Transit durch ein neues TSF auf Mercedes MB310 mit Ziegler-Aufbau ersetzt. Der Ford Transit wurde nach Weidenbach verkauft, wo er noch bis 2003 Dienst tat. Die Neubeschaffung stieß nicht auf allzu große Gegenliebe, da man in Neidenbach schon damals ein TSF-W für das passende und notwendige Löschfahrzeug nach den Richtlinien der Feuerwehrverordnung RLP hielt. Der MB310 ist heute in Gindorf stationiert.

TSF von 1995
TSF von 1995 auf MB310

Ab 1997 wurden als neue Schutzkleidung die schwarzen Überjacken nach HuPF 1 (Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung für eine universelle Feuerwehrschutzbekleidung) beschafft, die die alten orangenen Schutzjacken ersetzten und vor allem für Atemschutzgeräteträger im Innenangriff ein deutlich höheres Schutzniveau bieten (und für diese Tätigkeit auch zwingend vorgeschrieben sind).

 

Im Frühjahr 2001 wurde überwiegend in Eigenleistung mit Unterstützung durch die Drehleiter der Feuerwehr Bitburg eine zweite Sirene im Unterdorf installiert, um eine bessere Alarmierung der Feuerwehrleute in diesem Bereich zu erreichen. Die Sirene stammte aus dem Bestand des Katastrophenschutzes und war ursprünglich auf dem Haus des ehemaligen Ortsbürgermeisters Peter Kreutz (heute Werner) im Röderweg installiert. Nachdem sie vom Kat-Schutz nicht mehr benötigt wurde und das Haus verkauft wurde, musste sie dort abgebaut werden. Sie wird nun, wie inzwischen auch die Sirene auf dem Dach der Grundschule, per Funk von der Leitstelle in Trier (erreichbar unter 112) oder einer FEZ (Feuerwehreinsatzzentrale) ausgelöst. Im Feuerwehrgerätehaus wude nochmals eine Änderung vorgenommen. Mit einem Durchbruch in den ehemaligen Gemeinderaum wurde mehr Platz für den Stellplatz des Fahrzeuges gewonnen, indem die Spinde mit der Einsatzkleidung für die Feuerwehrleute in den neu gewonnenen Nebenraum gestellt wurden.

 

2003 wurde das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr Neidenbach mit einem großen viertägigen Feuerwehr-Festival gefeiert. Viele Ausstellungen, Schauübungen, Vorführungen, Konzerte und ein großer Festumzug bildeten das Festprogramm. Am zentralen Festplatz auf dem Hof der Grundschule wurde hierzu ein großes Festzelt errichtet. Gleichzeitig fand das Landes-Wertungsspielen der Feuerwehrkapellen aus Rheinland-Pfalz in Neidenbach statt. Die Bühnenwertung wurde in der Turnhalle abgehalten, während die Marschprüfung in der Bitburgerstraße rund um das Buswartehäuschen stattfand.

 

Im November 2008 wurde der neue Einsatzleitwagen ELW1 (Renault Traffic mit Aufbau von Pütting) der Verbandsgemeinde Kyllburg in Neidenbach stationiert, zunächst in der freien Garage bei Hans Schmitz in der Kyllburger Straße, später nach dem Verkauf des Anwesens in der zweiten Garage des Gerätehauses, in die das Fahrzeug gerade so hinein passt. Seither sind einige Mitglieder der Feuerwehr Neidenbach speziell zur Besetzung dieses Fahrzeugs und der FEZ in Kyllburg ausgebildet worden und rücken regelmäßig zu überörtlichen Einsätzen mit aus.

 

Im Dezember 2008 erhielt die Feuerwehr schließlich ihr aktuelles Einsatzfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W), aufgebaut auf Renault Master von der Firma Pütting, mit einem Wasservorrat von 750l sowie Zusatzbeladung für die technische Hilfeleistung. Seit dieser Zeit wird die Feuerwehr Neidenbach regelmäßig auch zu Verkehrsunfällen alarmiert, was die Einsatzzahlen deutlich erhöht hat.

 

Heute wird die Feuerwehr Neidenbach per Funksirene, Meldeempfänger und zusätzlich per SMS alarmiert. Die Funktionsträger, die in der TEL (Technische Einsatzleitung des Kreises), in der Führungsstaffel der Verbandsgemeinde, in der FEZ (Feuerwehreinsatzzentrale der VG) oder auf dem ELW (Einsatzleitwagen) Dienst tun,  sowie die Wehrführung, sind mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet.