Freiwillige Feuerwehr Neidenbach


Um 11:00 Uhr wird eine Probewarnung an alle Warnmultiplikatoren (z. B. Rundfunksender, App-Server) geschickt, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossen sind. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung in ihren Systemen bzw. Programmen an Endgeräte wie Radios und Warn-Apps (z. B. die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes)), auf denen Sie die Warnung lesen, hören oder wahrnehmen. Parallel werden auf Ebene der Länder, in den Landkreisen und in den Kommunen verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst (z. B. Sirenen und Lautsprecherwagen).

 

So weit die Theorie. Leider hat sich bei der Probewarnung herausgestellt, dass die Warnapps aufgrund mehrfacher Auslösung völlig überlastet waren, so dass die Meldungen nicht oder nur verspätet versendet wurden. Hier gibt es also noch Handlungsbedarf bei den zuständigen Behörden. Natürlich konnte auch nur per App gewarnt werden, wer sich eine entsprechende App wie Katwarn oder NINA auf sein Smartphone installiert hat. Eine Lösung wie in den Niederlanden, bei der ausnahmslos alle Handys im entsprechenden Funkzellenbereich per SMS angeschrieben werden, ist in Deutschland nicht vorgesehen. Offiziell werden hierfür datenschutzrechtliche Bedenken als Grund genannt.

 

Eine Meldung im Fernsehen oder im Rundfunk ist bis auf wenige Ausnahmen auch unterblieben. Es bleibt zu hoffen, dass dies im Ernstfall besser funktioniert.

 

Die Warnung per Sirene konnte im Leitstellenbereich Trier, zu dem auch Neidenbach gehört, nicht erfolgen, da unsere Sirenen lediglich das Signal für Feueralarm beherrschen und die Signale für Bevölkerungswarnung und Entwarnung nicht abgespielt werden können. Dies soll im Rahmen der Umstellung auf digitale Alarmierung in den nächsten Jahren behoben werden. Immerhin sind im Eifelkreis die Sirenen noch vorhanden, die in vielen Städten wie Berlin oder München nach Ende des kalten Krieges abgebaut worden sind.

 

Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Warnung der Bevölkerung von sehr vielen Menschen nicht wahrgenommen werden konnte, sei es wegen nicht installierter oder nicht funktionierender App, unzureichender Sirenentechnik oder Nichtteilnahme der Rundfunk- und Fernsehsender.

 

Jetzt gilt es, aus den Pannen zu lernen und die Systeme und Abläufe zu verbessern, damit am nächsten Warntag im September 2021 alles besser funktioniert.