Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Neidenbach

Die Freiwillige Feuerwehr Neidenbach wurde im Jahre 1903 von Matthias Schmittberger gegründet. Er war gleichzeitig der erste Wehrführer der Feuerwehr.

Bereits im Gründungsjahr wurde eine fahrbare Handdruckspritze angeschafft, die sich auch heute noch in gutem Zustand befindet und inzwischen leihweise einen Ehrenplatz im Feuerwehrmuseum in Prüm hat.

Im Jahre 1930 wurde ein Feuerwehrgerätehaus erbaut und ebenfalls im gleichen Jahre eine Feuerwehrkapelle gegründet. Es zeugt vom großen Gemeinschaftsgeist der Feuerwehrmitglieder, daß es gerade in dieser wirtschaftlich schlechten Zeit möglich war, eine Einrichtung zu schaffen, die nicht nur Idealismus, sondern auch einen großen Kapitalaufwand erforderte. Die Feuerwehrkapelle hat sich in den nun 71 Jahren ihres Bestehens zu einem weit über die Grenzen unseres Raumes bekannten Musikorchester entwickelt.

Bereits 1950 beschaffte sich die Feuerwehr aus Militärbeständen einen Mannschaftswagen, zu dem dann 1952 als erste Tragkraftspritze eine TS 6 hinzu kam. Im Laufe der Jahre wurde dann der Ausrüstungsstand der Feuerwehr Neidenbach laufend verbessert. 1963 wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug  (TSF), Ford Transit, angeschafft. Es folgte 1964 die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze TS 8/8.

Von 1965 bis 1968 nahm die Feuerwehr Neidenbach an den damals stattfindenden Feuerwehr-Wettkämpfen teil und konnte stets einen der vorderen Plätze belegen.

1966 wurde die Feuerwehr mit neuen schwarzen Tuchuniformen ausgestattet.

Bereits 1973 war das damals erst zehn Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug nicht mehr einsatzbereit. Diese außergewöhnlich kurze Lebensdauer für ein Feuerwehrfahrzeug war einzig und allein auf den schlechten und feuchten Bauzustand des Feuerwehrgerätehauses zurückzuführen. Die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges erhielt höchste Priorität, als das alte Fahrzeug am 23.6.1973 zu einem Brandeinsatz beim Anwesen von Hubert Reiter geschoben werden mußte. Glücklicherweise verlief der Anfahrtsweg bergab. Im gleichen Jahr wurde dann ein neues TSF, Ford Transit ausgeliefert. Um die Lebensdauer des neuen Fahrzeuges erheblich zu steigern, wurde es übergangsweise, bis zur Fertigstellung eines neuen Feuerwehrgerätehauses, in der Scheune von Arnold Kalmes in der Bitburger Straße (heute Burgstraße) untergestellt.

Am 30. April 1978 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus eingesegnet. Im Frühjahr des gleichen Jahres erfolgte die Neueinkleidung der Feuerwehr und Feuerwehrkapelle mit den neuen marineblauen Uniformen.

Bei den früheren Einsätzen der Feuerwehr Neidenbach zeigte sich immer wieder das Problem der mangelnden Wasserversorgung.  Dieser Mißstand konnte im Rahmen der Dorferneuerung mit dem zunehmenden Straßenausbau und der gleichzeitigen Erneuerung der Wasserleitungen  immer mehr abgebaut werden. Darüber hinaus wurde 1979/80 eine Wasservorratskammer von ca. 30.000 Liter in der Densborner Straße für den Brandschutz gewonnen. Es ist die Vorratskammer des ehemaligen Hochbehälters der an dieser Stelle stand. Für den Erhalt dieser Vorratskammer als Löschwasserbehälter haben sich der damalige Wehrführer Willi Emontspohl und sein Stellvertreter Klaus Theis, der gleichzeitig Ortsbürgermeister war, mit großem Engagement eingesetzt.

Im Jahre 1982 wurde die Feuerwehr mit schwerem Atemschutz ausgerüstet.

1984 konnte die Löschwasserversorgung weiter verbessert werden. Auf dem Sportplatz wurde für den Betrieb der Berieselungsanlage ein Erdtank für den benötigten Wasservorrat eingebaut. An dem Tank wurden technische Einrichtungen eingebaut, mit deren Hilfe auch Tank-löschfahrzeuge im Ernstfall Wasser entnehmen können.

1988 mußte das vorhandene Gemeinde-/Feuerwehrgerätehaus erweitert werden da der bisherige Proberaum in der Grundschule nicht mehr zur Verfügung stand. In Form eines Dachgeschosses wurde ein ca. 85 Quadratmeter großer Saal mit den dazugehörenden sanitären Einrichtungen geschaffen. Bei diesem Umbau leisteten die Mitglieder der Feuerwehrkapelle und der Feuerwehr wiederum viel Eigenarbeit, in Form von zahlreichen Arbeitsstunden.

Bei diesem Umbau wurde auch die Garageneinfahrt im Feuerwehrgerätehaus nochmals vergrößert, indem man ein Rolltor einbaute.

Im Jahr 1992 wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit einem 4-Meter-Band Funkgerät ausgestattet.

Ebenfalls in diesem Jahr gründete die Feuerwehr eine Altersabteilung deren Leiter der ehemalige Wehrführer Willi Emontspohl wurde. Neben einigen Aktivitäten, die diese Abteilung während des Jahres durchführt, kann sie im Ernstfall auch für den Brandschutz eingesetzt werden. Vor allen Dingen soll sie tagsüber, wenn die meisten Feuerwehrleute berufsbedingt nicht im Ort sind, die Stärke der Feuerwehr ergänzen.

Zu diesem Zweck werden noch vereinzelt Übungen von den Alterskameraden durchgeführt.

Im gleichen Jahr wurde eineJugendfeuerwehr gegründet, deren erster Jugendwart Werner Bach war. Mittlerweile sind die ersten Jugendlichen in die aktive Wehr gewechselt.

Gerade auch aus dem Grund der berufsbedingten Abwesenheit der meisten Feuerwehrleute tagsüber, unternahm Wehrführer Edmund Schlöder größere Anstrengungen, Frauen in die Feuerwehr aufzunehmen. Nach anfänglichen Bedenken seitens der aktiven Feuerwehrkameraden, wurden am 24. April 1994, aus Anlaß des Frühjahrskonzert der Feuerwehrkapelle, fünf Feuerwehrfrauen in den aktiven Feuerwehrdienst aufgenommen. Im daruffolgenden Frühjahr schlossen die Frauen die "Grundausbildung"  mit dem Grundausbildungslehrgang ab. Mittlerweile sind die Frauen in der Mannschaft voll integriert und akzeptiert.

Ebenfalls1994 wurde der ehemalige Wehrführer Willi Emontspohl, der insgesamt 14 Jahre lang als Wehrführer der Feuerwehr tätig war, zum Ehrenwehrführer ernannt. Im Januar 1995 übernahm Willi Schlöder als Wehrführer die Feuerwehr.

Im Frühjahr des gleichen Jahres wurde das 22 Jahre alte Fahrzeug durch ein TSF-Kastenwagen auf Mercedes ersetzt. Zu erwähnen sei in diesem Zusammenhang, daß dieses Fahrzeug nicht der festgelegten Risikoklasseneinteilung der Verbandsgemeinde Kyllburg und der damit verbundenen Fahrzeugausstattung für Neidenbach entspricht.

Im Frühjahr 2001 wurde überwiegend in Eigenleistung eine 2. Sirene im Unterdorf installiert um eine bessere Alarmierung der Feuerwehrleute in diesem Bereich zu erreichen. Im Feuerwehrgerätehaus wude nochmals eine Änderung vorgenommen. Mit einem Durchbruch in den ehemaligen Gemeinderaum wurde mehr Platz für den Stellplatz des Fahrzeuges gewonnen, indem die Spinde mit der Einsatzkleidung für die Feuerwehrleute in den neu gewonnenen Nebenraum gestellt wurden.

Aus dem kulturellen Leben des Ortes ist die Feuerwehr bzw. Feuerwehrförderverein nicht wegzudenken.

In den früheren Jahren wurde alljährlich das Schützenfest ausgerichtet, daß während und nach dem Krieg für einige Jahre ruhte.

Die "Pittischdaach-Kirmes" wird im jährlichen Wechsel mit dem Sportverein ebenfalls von der Feuerwehr durchgeführt. Seit vielen Jahren bietet sie am Rosenmontag eine Fastnachtsveranstaltung an und beteiligt sich aktiv an der jährlich stattfindenen Kappensitzung. Auch die Aufstellung des Maibaumes wird im 2-jährlichen Wechsel von der Feuerwehr übernommen.

Weiterhin ist die Feuerwehr und Feuerwehrkapelle bei der Gestaltung  des St. Martinsumzug und  beim Volkstrauertag eingesetzt.

Die Erlöse aus den Veranstaltungen stellt der Förderverein der Feuerwehr überwiegend für die Anschaffung von Ausrüstung zur Verfügung. So konnten in den letzten Jahren alle Feuerwehrmitglieder komplett mit Uniformen und Schutzanzügen ausgestattet werden. Auch die Einrichtung und Umbauten im Feuerwehrgerätehaus wurden größtenteils aus eigenen Mitteln finanziert, sowie die Anschaffung von CB-Funkgeräten, Schlauchaufwickelapparat und neue Tragegurte für die Atemschutzgeräte. Die seit dem Jahr 1997 eingeführte neue Schutzbekleidung wurde ebenfalls aus eigenen Mitteln mitfinanziert. Dies stellt eine enorme Unterstützung für die Verbandsgemeinde dar, die wegen der immer knapper werdenden Haushaltsmittel nicht in der Lage ist, alle notwendigen Erfordernisse sofort zu erfüllen. Mittlerweile sind alle Feuerwehrleute mit der neuen Überjacke ausgestattet.

An Einsätzen hatte die Feuerwehr Neidenbach in den Jahren von 1930 bis heute ca. 30 größere Brandeinsätze und in der neueren Zeit auch zahlreiche technische Hilfeleistungen (Sturmschäden, Wasserschäden,Öleinsätze usw.). Vor 1930 sind keine Daten über Einsätze zu finden.

Seit Dezember 1990 gehört die Freiwillige Feuerwehr Neidenbach dem neu gegründeten Kreisfeuerwehrverband Bitburg-Prüm an.

Die Freiwillige Feuerwehr Neidenbach hat mittlerweile einen sehr hohen Ausbildungsstand erreicht. Die zahllreichen Lehrgänge, welche die Wehrleute mittlerweile an der Landesfeuerwehrschule, auf Kreisebene und Verbandsgemeindeebene absolviert haben, trugen hierzu im wesentlichen bei. Aber auch die Tatsache, daß fast alle Feuerwehrleute mittlerweile die Leistungsabzeichen bis zur Stufe Gold erreicht haben, hat mit zu diesem hohen Ausbildungsstand beigetragen.

 

Die Wehr hat einen derzeitigen Mitgliederstand von:

34    Aktive Feuerwehrmänner/-frauen

14    Jugendfeuerwehrleute

12    Alterskameraden

181  Fördernde Mitglieder